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Geistliche Gedanken und Gebetsimpulse für Daheim

Gedanken zum Fest Taufe des Herrn


Das Fest der Taufe Christi hat seine Wurzeln im Fest Epiphanie, Erscheinung des Herrn, am 6. Januar. Es war im 4. Jahrhundert im Osten – als „Ausfluss“ aus der Offenbarung („Epiphanie“) bei der Taufe Jesu – entstanden, war mit einem Wasserritus verbunden und umfasste das gesamte Weihnachtsthema von der Empfängnis bis zur Geburt Christi. Auch in der römischen Liturgie ist das Fest der Taufe Christi seit dem 7. Jahrhundert mit dem Festinhalt von Epiphanie verbunden: Die Herrlichkeit Christi offenbart sich durch den geöffneten Himmel bei der Taufe Christi, durch die Herrlichkeit des Weinwunders zu Kana und durch den Besuch der Magier aus dem Osten bei dem neugeborenen König der Juden. Seit der Liturgiereform im vergangenen Jahrhundert ist dieser Festinhalt aufgeteilt, und aus dem Fest der Taufe Christi ist gewissermaßen das Tor geworden, durch das uns die Weihnachtszeit entlässt und in das öffentliche Leben Jesu hinausführt.

Es gibt Tage, da ist so viel los in meinem Leben, dass ich den Eindruck habe, dem Hamsterrad der alltäglichen Verpflichtungen gar nicht mehr entkommen zu können. Dann ist es höchste Zeit, mir ein paar Tage freizuschaufeln und einzutauchen in eine andere Welt. Das kann ein Kloster am Stadtrand sein, die Ferienwohnung von Freunden oder die kleine Pension an der Ostsee. Kein Handy, keine Nachrichten, keine Menschen um mich herum. Einfach nur Zeit haben für Stille und Besinnung. Die Seele baumeln lassen. Das fühlt sich nicht nur gut an. Das tut gut. Das ist echter Balsam für die Seele. Auch sonntags in der Kirche suche ich oft nach dieser Ruhe und Innerlichkeit. Nur für die Länge eines Gottesdienstes möchte ich dann die Kirchentüren hinter mir schließen und die Welt mit ihren unzähligen Sorgen draußen lassen. Und doch weiß ich auch: Menschen, die getauft sind, tauchen nicht einfach ab in eine heile Welt. Erst recht tauchen sie nicht unter und entziehen sich damit den Herausforderungen ihres Lebens. Vielmehr tauchen sie ein in die Beziehung zu einem Gott, der nicht einsam für sich leben will, sondern sich aus Liebe zum Menschen verschenkt. Gestärkt durch diese Gottesbeziehung, die in jedem Gottesdienst gefeiert wird, tauchen Getaufte dann bei jenen Menschen wieder auf, die davon noch nie gehört haben oder die Botschaft von dieser Liebe nicht glauben können, weil ihre Menschenwürde mit Füßen getreten wird.

In der Taufe macht Gott jedem Menschen die unwiderrufliche Zusage: „Du bist mein geliebtes Kind, an dem ich Gefallen gefunden habe.“ Diese Zusage Gottes ist ein Geschenk, sie tut dem Menschen gut. Sie ist Gabe und Aufgabe zugleich. Der in Gott Eingetauchte wird sich also immer wieder fragen müssen, wer er für die Menschen um ihn herum sein soll, was er für sie tun kann. Er wird das Hinschauen üben inmitten einer Kultur des Wegschauens. Und ganz sicher wird er im Alltag nicht einfach abtauchen oder untertauchen, sondern vielmehr eintauchen in die Herausforderungen, die das Leben an ihn stellt.

Zusammengestellt von Pfarrer Dr. Thomas Stübinger

 

Tipps für Gottesdienste im Fernsehen oder Rundfunk

Auf der Bistumshomepage haben wir Möglichkeiten zusammengestellt, um Eucharistiefeiern im Internet, Fernsehen und Radio mitzufeiern.

https://www.bistum-eichstaett.de/coronavirus/gottesdienstuebertragungen/

Es ist dort leicht möglich, die Lesungen des Tages zusammen mit einem kleinen Kommentar zu finden.

Zahlreiche, sehr empfehlenswerte geistliche Impulse finden Sie auch unter: www.katholisch.de